Ich denke, ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass das die größte Reise aller Zeiten ist und vermutlich auch bleiben wird: der Weltreisebär ist von Ende Februar bis Ende Juni nonstop auf See. Möglich ist das Dank Marisa aus Freiberg, die auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet. Daher kommt es, dass sie als Teil der Crew für mehrere aufeinanderfolgende Reisen an Bord ist. Start ist in Chile, Ende in Japan. Was da alles dazwischen liegt? – das lest ihr in den folgenden Zeilen!
Auf dem Hinflug wurde noch in Istanbul gelandet, bevor Marisa schlussendlich Chile erreicht. Wenn man alle Länder dieser Reise zusammenzählen würde, käme man sogar auf 19 Stück, doch interessant sind vor allem natürlich die, in denen der Bär noch nicht war.
Dazu zählt Chile nicht, denn hier war der Bär sogar schon 2x – einmal mit Klaus und einmal mit Familie Moser, die aktuell beiden „erfolgreichsten“ Mitreisenden des Weltreisebärs.

Trotzdem startet die Reise mit einem sehr tollen Bild: vielleicht kennt ihr die Osterinseln mit ihren einzigartigen Statuen. Stellt euch jetzt mal kurz vor, wie das aussehen würde, wenn der Weltreisebär dort davor sitzt. Augen zu? Bild vor Augen?
Vorhang auf! -> hier ist das erste Bild der Reise. Ich persönlich finde, es sieht genau so aus, wie ich es mir vorgestellt habe!

Anfang März folgen dann einige Stopps auf Inseln, welche zum Vereinigten Königreich oder zu Frankreich zählen. Auch das sind zwei Länder, wo der Bär schon vor langer Zeit gewesen ist. Da Marisa aber sehr ambitioniert ist, gibt es trotzdem von fast jeder Haltestelle des Kreuzfahrtschiffes ein Foto.



19. März – endlich das erste neue Land ….namens… Neu-see-land! Genauer gesagt auf den Cookinseln ist der Ort, wo der Bär an Land geht. Diese Inselgruppe steht in einer Art freien Assoziation mit Neuseeland (den genauen Status verstehe ich selbst nicht ganz), zählt aber nicht als eigenständiger Staat, und daher für mich zu Neuseeland. Es ist das 110. Land und das erste Land auf dem australischen Kontinent, welches der Weltreisebär bereist.

Ein paar Tage später wird es unangenehm. Marisa hat Grippe, und zwar ziemlich heftig. Es sieht schlecht aus für einen Landgang. Was tun also? Pragmatische Lösung: der Fotograf Lionel nimmt den Bär mit von Bord und zeigt ihm Samoa – auf dem Foto seht ihr den „Papapapaitai-Wasserfall“. Komischer Name, wie ich finde. Problem gelöst, und Marisa erholt sich zumindest einige Tage später allmählich wieder.

Die nächste Station ist „Wallis und Futuna“ – zwei kleine Inseln, die auch zu Frankreich zählen. Hier gibt es diesmal keinen Landgang, ist aber verschmerzbar.

„Warum zählt denn beim Weltreisebär „vor-Anker-liegen“ nicht als Landes-Besuch, „am-Flughafen-sein“ aber schon?“ fragt mich Marisa. Hier kommt die Antwort: als ich vor fast 10 Jahren dieses kleine Projekt ins Leben gerufen habe, galt es, einige „Regeln“ festzulegen. Ich habe mich dafür entschieden, dass all jene Länder als „besucht“ zählen, dessen Staatsgebiet der Weltreisebär betreten hat. Das bedeutet, er muss sich auf einem Stück Land des jeweiligen Staates befunden haben. Wenn der Bär also mit dem Zug durch Bosnien fährt, hat er das. Denn er befindet sich in diesem Moment in Bosnien. Wenn er im Flughafen von Riad ist, dann befindet er sich in diesem Moment in Saudi-Arabien. Viele sagen zwar, ein Flughafen sei „Niemandsland“. Das stimmt aber nicht. Denn sonst müsste ja auf der Karte um den Flughafen drumherum eine Landesgrenze eingezeichnet sein – ist es aber nicht. „Niemandsländer“ gibt es auf der Erde nur zwei: Grönland und Antarktis. Und die sind beide auf der Weltkarte weiß.
Genau dieses „sich auf dem Staatsgebiet befinden“ gilt aber eben für Meere/Ozeane nicht. Denn Meere zählen nicht zum Staatsgebiet (Seen übrigens schon! – außer das Kaspische Meer). Wenn man die Logik zu Ende denkt, befindet man sich übrigens auch nicht in Deutschland, wenn man auf der Seebrücke Heringsdorf ganz am Ende steht.
Genug der Theorie!
In den nächsten Wochen folgt ein wahrer Länder-Regen. Fidschi und Vanuatu sind die ersten. Auf Fidschi hat der Bär schon wieder neue Freunde gefunden und wurde beinahe adoptiert. Aber Halt! Seine Weltreise ist ja noch nicht vorbei!



Schon Beim 1. Besuch in Fidschi (Insel Tavenui) reist der Bär sogar ein bisschen in der Zeit gereist: er war nämlich auf der Datumsgrenze

Als nächstes folgt Neukaledonien, was aber zu Frankreich gehört:

Als nächstes folgen die Salomonen. Hier war etwas Glück dabei, denn es wurde vor Sturm und Überschwemmungen gewarnt, was mir sogar bei Google Maps anzeigt wurde, wenn ich die Salomonen gesucht habe.

Fidschi und Vanuatu wurden noch ein weiteres Mal besucht, denn es standen mehrere Stationen in diesen Ländern im Programm. Generell umfassen die meisten ozeanischen Inselstaaten mehrere Inseln, die tw. mehrere Tausend Kilometer auseinander liegen.
Fidschi ist nach Australien, Papua und Neuseeland übrigens das viertgrößte Land des australischen Kontinents und übernimmt für die Inselstaaten eine Art führende Rolle. Die meisten kleineren Inseln sind nämlich wortwörtlich vom Untergang bedroht, durch den steigenden Meeresspiegel. Ein Beispiel dafür ist Tuvalu, dessen höchster (!) „Berg“ gerade einmal 5m über dem Meeresspiegel liegt.

Dieses Problem gibt es auch im nächsten Land, in Kiribati. (Aussprache: „Kiribass“). Dieses Land hat sogar schon ein Abkommen mit Fidschi geschlossen, um perspektivisch seine Einwohner dorthin überzusiedeln. In Kiribati sieht man übrigens ein Phänomen, was sich noch in anderen Südsee-Inselstaaten antreffen lässt: der Name der Hauptstadt hat sich geändert. So habe ich als kleiner Junge noch „Bairiki“ im Lexikon gelesen, lautet der Name heute „South Tarawa“. Was ist passiert? Kiribati hat irgendwann einfach die ganze Insel* „Hauptstadt“ genannt, und nicht mehr nur einen Teil. *oder sogar einen Verbund von mehreren Inseln: manche wurden nämlich künstlich durch Dämme verbunden, was aber nicht ganz ohne ist. Dadurch ändern sich Meeresströmungen. Das hat u. A. auch dafür gesorgt, dass eine andere Insel namens Bikeman weggespült wurde.

Noch so ein Beispiel sind die Marshallinseln, deren Hauptstadt jetzt nicht mehr Dallap-Uliga-Darrit heißt, sondern auf „Majuro“ verkürzt wurde. Beides meint aber den gleichen Ort.

Spannend wurde es auf Mikronesien. Wie der Name schon sagt, ist das Land wirklich nicht groß, aber die Inseln verteilen sich über mehrere 1000 Kilometer. Hier entstand auch mein Lieblingsfoto der Reise, nachdem der Bär kurzzeitig etwas härter rangenommen wurde, da die Kinder sich um ihn gestritten haben.

Die Ozeanien-Reise wurde mit einem Landgang in Palau abgeschlossen:


Aber für Marisa ging es noch einen Monat weiter. So bereiste der Bär mit ihr z. B. noch Taiwan und erklomm zum 2. Mal in seinem Leben das Taipeh101, einst höchstes Gebäude der Welt.

Auch auf den japanischen Inseln Okinawa und Oki entstanden noch schöne Bilder, und Ende Mai gab es das 120. Land – Südkorea. Das Foto entstand in der bekannten Hafenstadt Busan.




Damit endet diese Reise und kurz nach seiner Wiederankunft in Deutschland feiert der Bär seinen 10. Geburtstag. Den Jubiläumsbeitrag dazu lest ihr hier: https://www.xn--weltreisebr-u8a.de/?p=437 (online ab 30.6.2026)
Nochmal ein ganz herzliches Danke an Marisa, die mit 11 bereisten Ländern einen neuen Rekord aufgestellt hat! Gerne wieder!
Was als als Belohnung für 10 Länder und mehr gibt – auch das erfahrt ihr im Jubiläumsblog!